Aktienpreise u. Aktienkurse Wie funktioniert die Börse?


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Aktien-Gier und Neid ! Reich mit Aktien an der Börse?

Warum ist der Herdentrieb so stark?

Neid und Gier gelten als wichtige Triebfedern für Spekulationsblasen.

"Warum haben um die Jahrtausendwende so viele Menschen Aktien gekauft? Weil sie gesehen haben, dass der Nachbar schon reich damit geworden ist", sagt Joachim Goldberg, Chef der Finanzberatung Cognitrend in Frankfurt. Trotzdem lässt sich der Hang zur Börsenrudelbildung damit allein nicht erklären.

Auch die Angst treibt die Anleger ins Kollektiv. Finanzmärkte funktionieren ganz anders als Gütermärkte.

Dort bewerten Menschen Produkte, deren Wert sie einschätzen können. Deshalb treten Turbulenzen oder Blasen kaum auf. An den Börsen wird dagegen die Zukunft gehandelt. Investitionen stürzen sich auf Prognosen. Anleger begeben sich dabei auf noch dünneres Eis, als wenn sie ins Spielkasino gehen. Wer sich an einen Roulettetisch setzt, kann die Wahrscheinlichkeit für den Verlust seines Einsatzes berechnen.

Die Gefahr eines Bilanzbetrugs oder eines Terroranschlages, der die Aktien um 30 Prozent in den Keller schickt, kann niemand kalkulieren. Die große Unwägbarkeit verleitet die Marktteilnehmer dazu, das Verhalten anderer zu imitieren. John Maynad Keynes, dessen Ideen die Ökonomie im 20 Jahrhundert stark beeinflussten, meinte Investoren wählen lieber ein Mädchen, das andere für hübsch halten, als eines, das ihnen selbst am besten gefällt. Besonders anfällig für den Mainstream sind Marktteilnehmer, die nicht ihr eigenes Kapital verwalten. Denn eins wollen Geldmanager noch mehr, als das Vermögen ihrer Kunden mehren: den eigenen Job sichern. Wenn sie die gleichen Wetten eingehen wie ihre Kollegen, geraten sie im Fall eines Kurseinbruchs nicht in Rechtfertigungsnöte. So ist bei ihnen der Herdentrieb noch stärker ausgeprägt. "Das Verhalten der professionellen Geldmanager verstärkt die Blasenbildung", sagt Thomas Lux, Finanzprofessor an der Universität Kiel. Ist der Investor aber wirklich ein Wesen ohne Eigeninitiative? Nicht ganz, Auch der Wunsch, sich gegen den Markt zu stellen, wohnt in jedem Anlegerherz.

Neuere Börsenmodelle gehen davon aus, das sich Investoren an anderen Investoren orientieren, aber gleichzeitig nicht der Masse folgen wollen. Klingt paradox, liegt aber dicht an der Realität. Intuitiv wissen die Marktteilnehmer, dass sie auf einen fahrenden Zug aufspringen, der sich mit Volldampf von der wirtschaftlichen Realität entfernt. Um bei einem Crash nicht kalt erwischt zu werden, streben sie danach, der Mehrheit immer einen Schritt voraus zu sein. Diese simple Annahme, angereichert mit mathematischen Formeln, liefert im Modell reale Kursbewegungen, mit Blasen und Abstürzen. Der Anleger steckt in Wahrheit also in einem Dilemma zwischen Herdentrieb und dem Wunsch nach Exklusivität.

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