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Sind Kursblasen unvermeidbar?
Alles deutet darauf hin, dass die Blasenbildung tatsächlich im genetischen Code der Finanzmärkte verankert ist, Das heißt jedoch nicht, dass sich das Ausmaß der Turbulenzen nicht einschränken ließe. " Ich glaube an die Wirksamkeit einer Transaktionssteuer " sagt Frank Westerhoff. Der Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität in Bamberg hat berechnet, wie sich eine solche Steuer auf die Kurse auswirken würde.
Schon bei einem Satz von 0.1 Prozent auf alle Börsengeschäfte flaut nach seiner Simulation der Spekulationstrieb erheblich ab. Die Volatilität der Notierungen sinkt um 20 Prozent, das Ausmaß der Kursübertreibungen schrumpfen sogar um 25 Prozent. Zu hoch darf die Steuer allerdings nicht ausfallen. Sonst wirkt der beruhigende Effekt wieder konterkarierend, weil zu viele Teilnehmer aus dem Markt fliehen.
Wie in Schweden 1984. Das Land führte eine Transaktionssteuer on 0.5 Prozent auf Aktiengeschäfte ein und verdoppelte den Satz zwei Jahre später noch mal. Folge: Bis 1990 wanderten 50 Prozent des schwedischen Aktienumsatzes an die Londoner Börse ab. Ein Jahr später wurde die Transaktionssteuer wieder aufgehoben. Ein zweiter Weg, die Verwerfungen an den Börsen einzudämmen, sind Handelsunterbrechungen. " Wenn Sie nach Preisveränderungen von mehr als drei Prozent den Handel aussetzen, stabilisieren Sie die Börsen enorm" sagt Westerhoff.
Die meisten Marktplätze haben solche Regeln eingeführt, allerdings oft mit höheren Grenzen. Auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Vernon Smith hat in Experimenten an den Stellschrauben des Marktes gedreht. " unsere Versuche haben gezeigt, dass die Kursausschläge zurückgehen, wenn man nur einmal am Tag alle Kauf und Verkaufsaufträge bündelt und einen Kurs ermittelt". Durchsetzbar wäre ein solcher Einmalhandel allerdings kaum. Der Trend geht eher in die entgegengesetzte Richtung. Immer mehr Investoren verlangen nach Börsengeschäften rund um die Uhr. Und die Finanzbranche verdient an jedem Deal. Für eine drastische Reduzierung der Handelszeiten wird sie deshalb kaum plädieren.